Die Gin Geschichte von der ersten Erwähnung bis heute

Die Gin Geschichte von der ersten Erwähnung bis heute

Die Gin Geschichte

Franz de le Boë (lat. Franciscus Sylvius) 1614 - 1672

Franz de le Boë (lat. Franciscus Sylvius) 1614 - 1672

Gin im 17. Jahrhundert

Bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts wird der Gin das erste Mal erwähnt. Die ältesten Quellen aus dieser Zeit stammen von dem deutschen Arzt Franz de le Boë (Franciscus Sylvius). Er praktizierte im holländischen Leiden und berichtete über einen Wacholderschnaps mit dem Namen „Genever“ (abgeleitet von „jenever", holländisch für Wacholder). Nach de le Boës Berichten entstand der erste Genever bei dem Versuch, eine Arznei aus Wacholderdestillat gegen Magen- und Nierenerkrankungen wie Koliken oder Nierensteine zu entwickeln. An dem Wacholder-Gewürz-Destillat fanden viele der behandelten Patienten schnell Gefallen, womit der Genever zu einem begehrten Tropfen mit „heilendem Effekt“ weit über die Stadtgrenzen hinaus wurde. Um den steigenden Bedarf an Genever weiterhin decken zu können, beauftragte Franz de le Boë Brennereien, um ihn bei der Herstellung des neuen Wundermittels zu unterstützen. Dies war der Beginn der kommerziellen Produktion von Genever für den nichtmedizinischen Markt.

Aufgrund der regen Handelstätigkeiten der Holländer wuchs die Beliebtheit des Genevers rasch an. Auch die englischen Soldaten trugen ihren Teil zur Bekanntheitssteigerung bei. Denn die englischen Soldaten, die Holland im holländisch-spanischen Krieg von 1568 bis 1648 unterstützten, nahmen den Genever mit auf die Britische Insel, wo er den Namen Gin (abgeleitet von Genever) erhielt.

Mitte des 17. Jahrhunderts lebten zudem ca. 5000 Niederländer in London, was die Verbreitung des Genevers im angelsächsischen Gebiet natürlich begünstigte. Im Jahre 1689 wurde König James II nach der „Glorreichen Revolution“ abgesetzt. Der Niederländische König Wilhelm III von Oranien-Nassau (William of Orange) wurde Mitregent von England, womit die Phase der religiösen Toleranz gegenüber dem Katholizismus und den katholischen Staaten endete. Daraufhin verbot König Wilhelm III umgehend die Einfuhr von französischem Brandy und erhob hohe Steuern auf deutsche, französische und spanische Weine und Spirituosen. Somit förderte er die inländische Produktion von Getreide- oder Kornbranntwein, um Produkte wie den Gin im eigenen Land herzustellen.

Gin zum Anfang des 18. Jahrhunderts

Im Jahr 1695 folgten hohe Steuern auf Bier und Wein, wodurch der Gin zum billigsten alkoholischen Getränk wurde, das sich selbst ärmste Bevölkerungsschichten leisten konnten. Nach dem Tod William III im Jahr 1702 übernahm Queen Anne die Krone. Sie erlaubte jedem Engländer, Gin selbst zu produzieren. In fast jedem englischen Haushalt wurde nun Alkohol hergestellt. Diese uneingeschränkte Produktion von Alkohol führte zu einer wahren Explosion der Produktion, sodass um 1720 in London schätzungsweise ein Viertel der Haushalte Gin herstellte oder verkaufte. 1727 wurden 5 Millionen Gallonen Gin von etwa 6 Millionen Engländern im Jahr getrunken.

Allgemeine Trunkenheit wurde zu einem ernsthaften Problem, förderte aber nicht gerade die Qualität der Produkte. Am Markt gab es vorwiegend minderwertige Qualität. Um der allgemeinen Trunkenheit und der schlechten Gin Qualität entgegenzuwirken, wurde 1736 der erste „Gin Act“ verabschiedet, der sowohl die Produktion ohne Lizenz, als auch den Verkauf kleinerer Mengen verbot. Von nun an durften nur mehr als 2 Gallonen verkauft werden und ausschließlich betuchte Engländer sollten sich den Gin noch leisten können. Den Gin Brennereien wurde gleichzeitig eine Sonderabgabe von jährlich 50 Pfund auferlegt, was in der damaligen Zeit eine bedeutende Summe darstellte, die nur wenige Brenner aufbringen konnten. Einer von anschließend nur zwei in London verbliebenen Produzenten nannte seinen Gin von nun an „Fifty Pounds Gin”. Diese Marke ist auch heute noch erhältlich.

Das Verbot ging trotz aller Bemühungen weitestgehend ins Leere. Die Zusammensetzung von Gin war gesetzlich definiert, weshalb die Bürger rasch einen Ausweg fanden und ganz einfach die Rezeptur geringfügig abänderten, womit sie das Verbot geschickt umgingen. Schätzungen gehen davon aus, dass um 1740 jeder Engländer (Kinder eingeschlossen) im Durchschnitt mehr als einen halben Liter Gin pro Tag konsumierte. Es wurde schnell klar, dass das Gesetz seine erhoffte Wirkung verfehlte. Aus diesem Grund wurden die Vorschriften 1743 weiter verschärft. Dennoch wurde Gin von den Bürgern weiterhin ohne Lizenz gebrannt, weshalb sich an der Gesamtsituation nichts änderte. Diese Zeit ging als „Gin Craze“, auch Gin-Epidemie oder Gin-Krise genannt, in die Geschichte ein.

Gin Gaze - Gin Hysterie im 18. Jahrhundert
Gin zur Mitte des 18. Jahrhunderts

Gin zur Mitte des 18. Jahrhunderts

1751 wurden mit dem „Tippling Act“ weitere Eindämmungsmaßnahmen beschlossen. Nun waren die Lizenzen zwar wieder deutlich billiger, jedoch durften die Hersteller den Gin nicht mehr an Endkonsumenten verkaufen. Die staatliche Kontrolle zeigte langsam ihre Wirkung und die „Gin-Hysterie“ konnte nach und nach eingedämmt werden.

Die positiven Effekte ließen nicht lange auf sich warten. Die Qualität des Genever-Nachfolgers stieg stetig an, womit er zunehmend keinen billigen Fusel mehr darstellte. Der Gin perfektionierte sich immer weiter zu einem Edeldestillat. Missernten sorgten im gleichen Zeitraum für Preissteigerungen des Getreides, sodass die Ginproduktion deutlich zurückging. Jüngere Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass es letztendlich die Verteuerung des Getreides war, die den Gin-Konsum sinken ließ und schließlich 1757 zum Ende der Gin Graze führte.

Gin heute

Der Gin entwickelte sich unaufhaltsam zu einer hochwertigen Spirituose, deren Erfolgsgeschichte bis heute Bestand hat. In unserer modernen Trinkkultur ist der Gin nicht mehr wegzudenken und zählt zu einer der beliebtesten und bedeutendsten Spirituosen überhaupt. Vor allem ist der Gin durch seine Vielseitigkeit und durch die Tatsache, dass er den Geschmack anderer Cocktail-Zutaten fördert, anstatt ihn zu überdecken, eine unverzichtbare Spirituose in jeder Cocktailbar.

Gin heute
MOORGIN - Gin aus Kolbermoor

Der MOORGIN

Am 12. Juli 1949 erhielt der 21-jährige Student Franz Stettner vom Hauptzollamt die Genehmigung zur Herstellung von Trinkbranntweinen und Likören. Mit einer Flasche Zitronenlikör hat dann alles begonnen. Im gleichen Jahr wurde die Rezeptur für einen Gin aus heimischen wild wachsenden Wacholderbeeren der Moorkultur rund um die Stadt Kolbermoor entwickelt. Diese Rezeptur blieb mehr als ein halbes Jahrhundert lang unberührt in einer Holzkiste gut verwahrt, bis Franz Stettner der Dritte sie in der Edelobstbrennerei und Weingroßkellerei seines Großvaters fand und dem vergessenen Gin neues Leben einhauchte. Noch heute wird der MOORGIN in der Stettnerstraße in Kolbermoor mit Liebe und Hingabe ausschließlich per Hand in der original restaurierten Kupfer-Brennblase von 1949 gebrannt.

Neben dem MOORGIN, der rein aus wild wachsenden Wacholderbeeren ohne weitere Botanicals destilliert wird, ist auch ein absoluter Bio Edel-Gin namens MOORGIN MOONSHINE in streng limitierter Auflage erhältlich. Das besondere und einzigartige an diesem Bio-Gin sind zum Einen die wild wachsenden Wacholderbeeren gepaart mit reinem Bio-Neutralalkohol, zum Anderen die Destillation und Abfüllung in edle Apothekerflaschen nur zum Vollmond zwischen August und Oktober von 20:00 – 22:00 Uhr.

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